Renovationen mit Säule 3a Geldern

Renovationen

Parkett statt Teppich, einen schönen Wintergarten oder gar ein Swimming Pool: Können Renovationen und Ausbauten am Eigenheim mit Säule 3a Geldern finanziert werden? Und wenn ja, wie macht man das am besten?

Der Begriff „Renovationen“ ist in den entsprechenden Gesetzen nicht definiert. Es wird lediglich vorgegeben, dass die Vorsorgegelder namentlich für den Erwerb und die Erstellung von Wohneigentum verwendet werden dürfen. Es hat sich jedoch mittlerweile in der Praxis (und gemäss Mitteilung des Bundesamtes für Sozialversicherungen1) so eingespielt, dass die meisten Vorsorgeeinrichtungen einen Bezug zwecks Renovation zulassen, sofern gewisse Bedingungen erfüllt sind:

  • Die Renovation der Wohnung / Liegenschaft dient dem Wohnen der versicherten Person

  • Es werden weder luxuriöse noch unbedeutende Renovationen getätigt

Renovationen, die den bewohnbaren Teil der Wohnung / Liegenschaft betreffen, werden in der Regel zugelassen. Dazu können beispielsweise zählen: Wintergarten, Ausbau Dachstock / Keller, neue Heizung oder Küche. Allerdings muss immer der individuelle Fall beurteilt werden und eine allgemeingültige Regel gibt es nicht. Üblicherweise nicht zugelassen sind Renovationen und Ausbauten ausserhalb des Wohnbereichs, sprich im Gartenbereich, Pergola, Terrasse, Garage und leider auch der Swimming Pool. Auch ein Inhouse-Pool dürfte wohl wegen dem Luxuskriterium nicht in Frage kommen. Soweit die Interpretation des Gesetzes. Eine extensive Auslegung des rechtlichen Rahmens können die Vorsorgeeinrichtungen somit aber sicherlich nicht für sich in Anspruch nehmen.

Was muss weiter beachtet werden:

Renovationen2Auf jeden Fall muss es sich bei der Renovation um Eigenbedarf handeln. Wer eine Auszahlung beantragt, muss auch formell Eigentümer/in des zu finanzierenden Eigenheims sein (mindestens Miteigentum). Zudem muss es sich um die Hauptwohnung handeln. Mit Säule 3a Geldern darf weder eine Ferienwohnung noch ein Wochenenddomizil finanziert werden.

Normalerweise darf die dritte Säule frühestens fünf Jahre vor Erreichen des Pensionsalters bezogen werden. Wenn das Guthaben aber für Erwerb und Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum eingesetzt wird, ist ein teilweiser Bezug alle fünf Jahre möglich und wird im Auszahlungsjahr von den Steuerbehörden separat vom übrigen Einkommen besteuert. Ein dermassen gestaffelter Bezug bricht die Progression und kann so zu erheblichen Steuereinsparungen im Vergleich zu einem Einmalbezug (insbesondere wenn gleichzeitig auch noch aus der Pensionskasse ein Bezug gemacht wird) führen.

Fazit

Bei einem Vorbezug lohnt es sich, Verwendungszweck und Bezugszeitpunkt gut zu planen. Vorsicht ist auch bei der Abklärung der Eigentümerschaft geboten. Gerade bei Konkubinatspaaren ist entscheidend, wie die Eigentümerschaft im Grundbuch eingetragen ist. Sind die diversen Hürden erstmals genommen, ist der Vorbezug eine durchaus lohnende Sache: Schöner wohnen und erst noch Steuern sparen.

P.S. Wer hingegen in die dritte Säule einzahlen möchte, tut dies mit Vorteil Anfangs Jahres, damit der Zinseffekt möglichst spielen kann.

 

1 Mitteilung Nr. 55 des BSV: www.bsv.admin.ch/vollzug/storage/documents/2609/2609_1_de.pdf

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