Bewegung bei den Zinsen

Unser Blog meldet sich zurück aus der Sommerpause. In der Zwischenzeit gab es merkliche Bewegungen bei den Zinsen, was einer genaueren Analyse bedarf:

Wohnung zu vermieten

Bild: markt.de

Im November sind wir an dieser Stelle auf die Auswirkungen der derzeitigen Tiefzinsphase eingegangen. Während Sparer, Versicherer und Pensionskassen bei tiefen Zinsen Einbussen bei der Rendite hinnehmen müssen, wirken sich die tiefen Zinsen hingegen positiv aus für Schuldner (z.B. den Staat) und Mieter. Für Letztere gab es diese Woche besonders gute Neuigkeiten. Der Referenzzinssatz wurde auf mittlerweile 2% gesenkt, und dies obwohl die Zinskurve wieder nach oben zeigt. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen ist in den letzten Wochen bis auf 1.2% gestiegen (von 0.5% im November 2012, immerhin mehr als eine Verdoppelung!). Was für Auswirkungen sind zu erwarten?

Wer zur Miete wohnt, sollte in den nächsten Tagen bei seinem Vermieter schriftlich eine Mietzinssenkung verlangen. Wer dies beispielsweise letztes Mal getan hat, als der Referenzzinssatz noch bei 2.5% lag (März 2012), kann mit einer 5.6%-igen Senkung der monatlichen Miete rechnen.

Wie ist es aber möglich, dass der Referenzzinssatz trotz gestiegener Marktzinsen weiter gesenkt werden konnte? Der Referenzzinssatz wird als Durchschnitt aller vergebenen Hypotheken berechnet. Erneuerte Hypotheken sind in der Regel derzeit tiefer verzinst als die vor ein paar Jahren abgeschlossene Vorgängerhypothek. Somit hinkt der Referenzzinssatz immer dem aktuellen Marktzinssatz hinterher. Bei sinkenden Marktzinsen wird der Referenzzinssatz langsamer gesenkt, bei schnell ansteigenden Zinsen dauert es aber auch eine Weile, bis der Referenzzinssatz reagiert. So erklärt sich die offenbar paradoxe Situation, dass der Referenzzinssatz gesenkt wird, obwohl die Marktzinsen stark angestiegen sind.

wohnung_vermieten2Einen Teil der allgemeinen Teuerung (40%) kann der Vermieter gegen den Senkungsanspruch verrechnen. Allerdings besteht hier wenig Spielraum, da seit geraumer Zeit die Inflation nur sehr gering oder sogar negativ zu Buche geschlagen hat. Im obigen Beispiel, wo im März 2012 zum letzten Mal eine Mietzinsanpassung erfolgte, wäre gemäss Tabelle des Mieterverbandes sogar eine 0.15%-ige negative Inflation zu berücksichtigen. Sollten in der Zwischenzeit die Betriebs- und Unterhaltskosten gestiegen sein, darf auch dies vom Vermieter weiterverrechnet werden. Hier muss der Vermieter allerdings konkrete Nachweise für die zusätzlichen Kosten vorbringen. Der Mietzinssenkung steht somit in der Regel nichts im Wege.

Fazit

Innert kurzer Zeit sind die Marktzinsen gestiegen. Für Mieter hat dies jedoch (noch) keine negativen Auswirkungen. Der Mietreferenzzinssatz hinkt den aktuellen Marktzinsen hinterher und konnte deshalb noch einmal gesenkt werden. Mieter sind gut beraten, wenn Sie jetzt eine Mietzinssenkung verlangen, da auch die allgemeine Teuerung sehr gering oder sogar negativ war. Aeppli & Mueller Consulting GmbH unterstützt Sie dabei gerne.

Advertisements

Komment

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s