Neuerungen im 2016

Bild: Haufe Online Redaktion

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Wie jedes Jahr gibt es im Bereich der Sozialabgaben und Steuern Neuerungen, die auf den 1.1. in Kraft treten werden. Spannend und mit erheblichen Auswirkungen sind diesmal die Erhöhung der Lohnobergrenze bei UVG (Unfallversicherung) und ALV (Arbeitslosenversicherung) sowie die Begrenzung des sogenannten Pendlerabzuges beim Bund auf CHF 3‘000.

Sozialversicherungen

Bis zum 31.12.15 waren Löhne über CHF 126‘000 nicht gegen Unfall und Arbeitslosigkeit versichert. Da seit der letzten Anpassung dieser Lohnobergrenze im Jahr 2008 das allgemeine Lohnniveau angestiegen ist, musste der Bundesrat nun auf den 1.1.16 diese Lohnobergrenze anheben, nämlich auf neu CHF 148‘200 (monatlich CHF 12‘350). Dabei wirkt ein gesetzlicher Mechanismus, welcher im Bundesgesetz über die Unfallversicherung festgehalten ist. In Art. 15 heisst es: „Dabei sorgt er (der Bundesrat) dafür, dass in der Regel mindestens 92%, aber nicht mehr als 96% der versicherten Arbeitnehmer zum vollen Verdienst versichert sind.“ Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bedeutet dies höhere Beiträge (Abzüge), aber auch höhere Leistungen im Versicherungsfall. Von der Anpassung sind auch die Arbeitslosenversicherung und die IV-Taggelder betroffen, da diese Bereiche den versicherten Lohn gemäss UVG in Ihrer Berechnung verwenden.

Neu sinkt hingegen der Beitrag für die Erwerbsersatzordnung (EO) von 0.5% auf 0.45%. Da die Reserven im EO-Fonds wieder genügend hoch sind, konnte der Bundesrat freiwillig diese Senkung veranlassen. Unserer Meinung nach hätte man darauf auch getrost verzichten können. Bei einem Jahreslohn von CHF 100‘000 reduziert sich der Abzug beim Mitarbeiter von CHF 250 auf sage und schreibe CHF 225. Dafür sind schweizweit die Lohnbuchhalter damit beschäftigt, die Abzüge neu zu berechnen. Der neue Abzug für AHV/IV/EO beträgt neu dann 5.125 % (anstelle von 5.15 %).

Steuern

Autopendler aufgepasst! Eine markante Änderung kommt im neuen Jahr auf mit dem Auto pendelnde Mitarbeiter zu. Im Zuge der vom Volk angenommenen FABI Vorlage (Finanzierung Bahninfrastruktur) wird der sogenannte Pendlerabzug beim Bund auf CHF 3‘000 begrenzt (Entscheid Verfahren im Kanton Zürich ist noch ausstehend). D.h. wer z.B. bis anhin mit seinem eigenen Auto 32 km zur Arbeit fuhr und dafür im Jahr einen Pendlerabzug von CHF 9‘856 geltend machte (Arbeitsweg 32km: 220 Tage x 64km x 70 Rappen = 9‘856), erfährt ab 2016 eine Begrenzung auf CHF 3‘000 oder eine Erhöhung des steuerbaren Einkommens um die Differenz von rund CHF 6‘800. Da bei Mitarbeitern mit Geschäftsauto der Arbeitsweg vom Arbeitgeber bezahlt ist, wären diese Mitarbeiter bevorteilt. Deshalb wird neu die Differenz von CHF 6‘800 beim Steuerpflichtigen als Einkommen aufgerechnet! Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 20% entspricht dies doch immerhin einer Steuererhöhung von CHF 1‘360. Wäre jedem Autopendler diese Auswirkung vor dem Urnengang bewusst gewesen, hätte sich das Abstimmungsresultat allenfalls noch deutlich verändert.

 

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