Raiffeisen Genossenschaftsanteil – eine attraktive Anlage?

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Bild: raiffeisen.ch

Ein Kunde legt uns ein Angebot der Raiffeisen-Bank vor zur Zeichnung von neuen Anteilsscheinen. Ein Zins von 2-3%, wo gibt es das heute noch? Und dies erst noch auf einem «Genossenschaftsanteil» der lokal verankerten Raiffeisen-Bank? Klingt wie eine sehr attraktive Anlage. Was Sie dazu wissen sollten.

Ein Fall aus unserer Beratungspraxis:Die Suche nach attraktiven Anlagen gestaltet sich schwierig. Das Sparkonto gibt schon länger nichts mehr her. Wer eine höhere Rendite will, muss Risiken eingehen. Da kommt ein Zeichnungsangebot der lokalen Raiffeisen-Bank für neue Genossenschaftsanteile fast wie gerufen. Ein auf den ersten Blick attraktiver Zins auf eine «lokale Beteiligung mit der Sicherheit der Raiffeisen Gruppe», wie es in der Informationsbroschüre heisst. Doch hält der Werbeslogan auch, was er verspricht?

Wir sagen nicht, dass dies nicht eine lohnenswerte Anlage sein kann. Aber aus der Praxis wissen wir, dass sich der Grossteil der Anleger über die wahre Natur dieser Anteilsscheine und die damit verbundenen Risiken nicht im Geringsten bewusst ist. Wären sie es, würden sie viel höhere Zinsen verlangen.

Bei den Anteilsscheinen handelt es sich um Eigenkapital und ist somit vergleichbar mit Aktien. Der Verwaltungsrat kann die Rückzahlung von Anteilsscheinen ohne Angaben von Gründen verweigern. Und geriete die Raiffeisen-Gruppe in Schieflage, so droht ein Totalverlust. Die Anteilsscheine sind nicht durch die Einlagensicherung der Schweizer Banken gedeckt. Die Informationsbroschüre teilt dies auch verklausuliert mit: «Die Anteilscheine eignen sich zur Beimischung im Rahmen der Aktienquote.».

Ist der Anteilsschein aber vergleichbar mit einer Aktie, dann müssten die Genossenschafter auch von der Wertsteigerung der Raiffeisen-Gruppe partizipieren könne. Das tun sie aber nicht. Nicht wie bspw. bei Nestlé oder Roche Aktien (die notabene eine Dividendenrendite von über 3% aufweisen), hat der Anteilsschein kein Kurssteigerungspotenzial. Der Wert von Nestlé Aktien hat sich trotz garstigem Börsenumfeld in den letzten 10 Jahren praktisch verdoppelt. Ein Genossenschafts-Anteil ist heute immer noch gleich viel (oder wenig) wert wie zum Zeitpunkt des Kaufs. Der Genossenschafter trägt also das Risiko, aber nicht den angemessenen Ertrag.

Es stellt sich die Frage, weshalb die Genossenschaftsanteile nicht viel höher verzinst werden. Es kann nur damit erklärt werden, dass entweder viele Anleger die wahre Natur der Anteilsscheine nicht kennen oder aus Gründen der Sympathie mit ihrer lokalen Raiffeisen-Bank auf viel Zusatzrendite verzichten. Gehören Sie nicht zu dieser Gruppe, raten wir von einer Anlage in die Genossenschaftsanteile ab.

 

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